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1. FAT-TO-FIT Trekking-Tour Mai 2018

Am 11. Mai 2018 startete unsere erste Reise für unser Projekt "FAT-TO-FIT", die wir mit lauter Vorfreude schon wochenlang erwarteten!

Es war unsere erste Tour und wir hatten uns schon viele Gedanken dazu gemacht, welche Route es werden sollte, welche Dinge wir benötigten, wie das Wetter werden sollte, aber auch wie lange wir wohl zeitlich brauchten und die Finanzen mussten gecheckt werden.

 

Da ihr uns bei unserem täglichen Leben bei FAT-TO-FIT begleiten könnt, wo wir euch zeigen möchten, wie wir es geschafft haben aus dem oft stressigen Alltag einen sportlichen zu machen, indem wir uns von der Couch aufgerafft und eine

 

neue Lebensweise

ohne Druck und Einschränkungen

 

für uns entdeckt haben, war es uns ein sehr großes Anliegen, euch unsere Reisen näher zu bringen.

Reisen heißt für uns Urlaub und Zeit ...

 

Wer träumt davon nicht, fremde abgelegene Plätze zu entdecken? Orte, wo du zuvor noch nie warst, Dinge zu erleben, die du zuvor noch nicht gemacht hast! Und gesundes Essen aus anderen Ländern, was du noch nie in deinem Leben gegessen hast? Neue Menschen, neue Erfahrungen - eine neue Inspiration! All dies waren unsere wichtigsten Anforderungen für unsere FAT-TO-FIT Trekking-Tour - und das Ganze für einen kleinen Geldbeutel!

Zunächst haben wir uns Zuhause an den Küchentisch gesetzt und überlegt, wie wir uns fortbewegen wollten, ob mit dem Auto und einem kleinen Wohnanhänger, per Fahrrad oder zu Fuß.

 

Vielleicht geht es euch ähnlich: Uns nervte auf dem Weg zur Arbeit ewig der zunehmende Verkehr mit dem Auto. Und jeder kennt sicher auch nach einer langen Autofahrt die Immobilität des eigenen Körpers, die Müdigkeit und Schlappheit. So hätten wir wieder keine Bewegung erzielt, doch genau diese sollte ja im Vordergrund auf unseren Reisen stehen! Auch das Fahrrad kam nicht wirklich für uns in Betracht, denn schließlich hatten wir viel Gepäck und auch den Hund dabei und er sollte doch auch nicht auf seine Freiheit des Laufens verzichten müssen. Eigentlich war das Fahrrad uns noch zu schnell unterwegs, denn die ganz ruhigen und

 

die entlegenen Plätze der Erde

 

entdeckten wir schon früher oft auf unseren Wanderrouten. Durch die gemachten Kilometer am Tag bekam man obendrein' auch immer ordentlich Appetit, ein Zeichen für vollbrachte Fitness und selbst der finanzielle Aspekt hielt sich dabei in Grenzen! Schnell wurde uns klar, dass wir den stressigen Alltag entschleunigen wollten und entschieden uns bewusst für die langsamste Variante: Zu Fuß!

 

Nachdem wir uns darüber einig wurden, dass wir unser ganzes Gepäck nicht auf dem Rücken tragen wollten und wir uns daher für einen Handwagen entschieden, war der Plan komplett. Schnell stellten wir uns folgende Liste zusammen:

 

… Das ist unser Equipment

 

Allgemeine Ausrüstung:

1 Handwagen (massive Ausführung), ausgegeben ca. 70,00 Euro

1 Karte, ausgegeben 0 Euro (Outdoor-Offline-Maps)

1 Wasserfeste Mappe (durchsichtig), ausgegeben 1,20 Euro

1 Reisetagebuch, ausgegeben 1,90 Euro

1 Erste-Hilfe-Set, ausgegeben ca. 15,00 Euro

1 Regenplane f. Bruder Tuck, ausgegeben ca. 20,00 Euro

1 Handy-Solar-Ladegerät, ausgegeben 15,00 Euro

1 Handy-Ladegerät, war vorhanden

2 Isomatten, aufblasbar, ausgegeben je 8,00 Euro

2 Isomatten, Bw, ausgegeben je 5,00 Euro

1 Leselampe f. Zelt, ausgegeben 4,00 Euro

1 Zelt, ausgegeben 69,90 Euro

1 Mehrzwecktasche, klein, ausgegeben 8,00 Euro

1 Kocher, ausgegeben 12,00 Euro

1 Gaskartusche, ausgegeben ca. 4,50 Euro

10 Ersatzbatterien, ausgegeben 1,00 Euro

1 Messer, klein, ausgegeben 7,50 Euro

1 Messer, groß, ausgegeben 9,50 Euro

1 Handfeger, klein, ausgegeben 3,00 Euro

10 Päckchen Taschentücher, ausgegeben ca. 0,80 Euro

4 Toilettenpapierrollen, ausgegeben ca. 0,90 Euro

2 Schlafsäcke, Bw, ausgegeben je 15,00 Euro

2 Rucksäcke, Bw, 28 kg, ausgegeben je 15,00 Euro

2 Kopfkissen, ausgegeben 6,00 Euro

2 Decken, ausgegeben je 8,00 Euro

1 Flick-Zeug f. Lufträder, ausgegeben 9,00 Euro

1 Luftpumpe, ausgegeben ca. 17,00 Euro

1 Taschenlampe, ausgegeben ca. 4,50 Euro

6 S-Haken, ausgegeben je ca. 0,20 Euro

 

Persönliche Ausrüstung:

2 Dreieckstücher, Bw, ausgegeben je 4,00 Euro

2 Hüte, oliv, ausgegeben je 3,00 Euro

2 Sonnenbrillen, waren vorhanden

2 Hüftgurte, Koppeltragesystem, Bw, ausgegeben je 5,00 Euro

2 Handys, waren vorhanden

2 Bücher, waren vorhanden

2 Essgeschirre, ausgegeben je 15,00 Euro

2 Essbestecke, Bw, ausgegeben je 7,00 Euro

2 Kleidung, individuell, waren vorhanden

2 Körperpflege-Sets, waren vorhanden

2 Personalausweise, waren vorhanden

 

Lebensmittel:

6 Wasserflaschen, 1,5 l, ausgegeben ca. 2,40 Euro

2 Trinkflaschen, 1,0 l, ausgegeben je 6,00 Euro

1 Magnesium-Tabletten, waren vorhanden

Lebensmittel für 2 Tage

 

Ausrüstung Hund:

1 Klappbox, ausgegeben ca. 4,00 Euro

1 Wasserflasche, 1,5 l, ausgegeben ca. 0,40 Euro

1 Hundedecke, grau, war vorhanden

1 Hundeleine, war vorhanden

1 Hunde-Zugleine, war vorhanden

1 Hunde-Zuggeschirr, war vorhanden

4 Päckchen Hundefutter, war vorhanden

1 Hundenapf, war vorhanden

10 Hundekotbeutel, waren vorhanden

1 Hundehandtuch, war vorhanden

… und das ist unser Handwagen "Bruder Tuck"!

 

Mit Bruder Tuck (von Robin Hood) durch die Welt zu reisen ist sehr angenehm, da er ohne meckern und murren unser ganzes Equipment und manchmal sogar noch den "Mopsi" (eigentlich Oskar, unseren Hund) schleppt. Allerdings sollte man für ihn gute Bein- und Rumpfmuskulatur besitzen, denn er wird aus reiner Körperkraft gezogen - aber spätestens nach den ersten 20 Kilometern wird man diese bald erhalten :-) oder spüren ;-)

 

Der Stahlrahmen mit Achsen, Lenkstange und den 4 Lufträdern hat ein Eigengewicht von 25 kg und kann mit 540 kg belastet werden. Voll beladen mit unserem ganzen Gerödel wiegt er dann auch schnell zwischen 60-120 kg. Seine Seitenwände sind zum Be- und Entladen komplett abklappbar, was sehr praktisch sein kann. Für uns ist er ein perfekter Begleiter: Er ist super wendig, was an sehr stark befahrenen Straße wichtig wird, er ist sehr stabil und vor allem sehr durchdacht, denn an dem Stahlrahmen mit Gitterwaben lassen sich gut eure Packtaschen, etc. anbringen. Auf freier Fläche ohne viel Verkehr ziehen wir unseren Bruder Tuck mit einer Art Zuggeschirr.

 

… das ist unser Zelt!

 

Das Zelt, ein Automatik-Zelt mit "Schirm-Prinzip", kann in 30 Sekunden aufgebaut werden und könnte in 2-3 Minuten wieder abgebaut werden - so der Normalfall!

 

Anders war es, als Christoph einen Probeaufbau startete:

 

Am 10. Mai 2018, Vatertag, baute der Christoph das Zelt um 15 Uhr im Klavierarbeitszimmer unseres Musikhauses auf. Es dauerte keine 30 Sekunden und: "Tada! Es stand!" (mit einem geräuschvollen "Plopp" aufgegangen).

 

Das war ja leicht!

 

Zufrieden nahm er das Zelt im soliden aufgebauten Zustand unter die Lupe und vollführte genussvoll ein Probeliegen.

 

Kurz darauf hatte Christoph nun zielsicher mit dem Abbau begonnen. Das das Zelt quasi unseren ganzen Raum einnahm, stiefelte er um das Zelt herum zu einer Seitenwand, griff, laut Bedienungsanleitung in die "Schirm-Mechanik" und zog an. Mit einem lauten "Plopp" löste sich allerdings nicht nur das Gestänge zum Zusammenfalten, sondern versehentlich gleich die GANZE Mechanik aus der Mechanik. Ein schlaffes Planen ähnliches Zelt-Dings hing traurig an dem entarteten Gestänge herunter. Mit den Armen nach oben ohne sich zu bewegen stand Chris im Raum: "Oh nein!". Mühevoll versuchte er die Zeltarme am Schirm wieder in die dafür vorgesehenen Verankerungen zu stecken, aber sie waren wie eine wütende, um sich schlagende Krake: Wenn drei von ihnen steckten und man die nächsten bearbeitete, vielen die vorherigen einfach wieder raus. Erneut und erneut versuchte er es! Er kam jetzt richtig ins Schwitzen! Das Zelt wollte einfach nicht mehr richtig zu gehen. Nach gefühlten 100 Versuchen hatte Christoph auch die Zeit vergessen und ging jetzt dazu über, das Gestänge komplett von der Zeltbahn zu entfernen. Nun stand ein nacktes Gestell ohne Zelt im Raum mit einigen losen Querstreben, die unharmonisch von allen anderen Stangen abstanden. Aber dies führte auch nicht zum Erfolg und unter jetzt lauter werdenden Schnaufen zog er letztendlich die Zeltbahn wieder auf. Selbst bei einem Versuch, wo er das Zelt auf den Kopf stellte, war ein Ende des Kampfes mit dem Kraken nicht abzusehen.

 

Nach gut EINEINHALB STUNDEN machte es dann doch "Plopp" und das ersehnte Geräusch verband die Faltmechanik wieder heil miteinander. "Puh, geschafft! Man gut, dass das nicht auf dem Zeltplatz passiert war!"

… Die Probefahrt

 

Da wir am 9. Mai 2018, einen Tag also vor Vatertag, mit unserem halb beladenen Bruder Tuck durch´s Dorf zur Probefahrt zogen, konnten sich unsere lieben Nachbarn und Freunde kaum einen flotten Spruch auf der Zunge verkneifen, trotz Augenzwinkern ;-): "Na, schon mal heute los?" oder "Habt euch wohl im Tag geirrt??" oder "Wohl schon mal vorglühen für morgen, was?" Sicherlich sah unser Gespann mit uns vornweg auch zugegebener Maßen zunächst auch etwas ungewöhnlich aus!

 

Nach kurzer Zeit merkten wir auch schnell, was noch nicht so ausgereift war: Der Hund, vor lauter Freude, dass er seine Hundefreundin (heimliche große Liebe) traf, die er fast täglich sieht, drehte sich schwanzwedelnd ein paar Runden um sich selbst. So kringelte sich aber die Leine immer weiter ein, da sie nicht frei beweglich mitlief und lediglich mit einem banalen Knoten am Wagen festgebunden war, bis der Mops nur noch an einer sehr, sehr kurzen Lein dastand. Das musste schleunigst geändert werden. Nach kurzer Überlegung nahmen wir für weitere Touren von einem alten Hunderoller die Zugleine. Problem mit dem Mops: Gelöst!

 

Dann hatten wir auch eine stark frequentierte Geräuschkulisse unterwegs um uns herum: Außenstehende würden vergeblich irrtümlich nach einer Kuhherde Ausschau halten, die da die Straße entlang schlenderte. Denn unsere Trinkflaschen aus Edelstahl bollerten in dem noch recht leeren Wagen hin und her und klangen dabei wie wild gewordene Kuhglocken. Auch das musste zuhause abgestellt werden!

 

Unsere Zugkraft wollten wir unbedingt aus den Beinen sowie der Hüfte heraus holen, daher entschieden wir uns für das Koppeltragesystem (nicht komplett, sondern nur dem Hüftgurt) der Bundeswehr, welches wir bereits kannten und gute Erfahrungen damit gemacht hatten. Eigentlich ist es jedoch nicht, wie der Name es ja bereits sagt, zum Ziehen gedacht, sondern zum Tragen von Dingen. Aber es stellte sich durchaus als tauglich heraus, zudem war es die günstigste Variante, die wir fanden, denn es kostete uns im Bw-Shop lediglich 8 Euro, während viele Zuggeschirre für den Oberkörperzug waren und deshalb schon vorweg ausschieden.

 

Aus Euphorie heraus im Hinblick auf unser erstes Trekking hatten wir uns an diesem schönen Nachmittag eine Decke und Getränke mitgenommen, um ein kleines "Spaß-Päuschen" einzulegen. Auf einer sonnigen Wiese nahmen wir daher auf der Decke platz und holten Trinken und eine Kleinigkeit zu essen heraus. Die Sonne schien schön warm,

 

die Schmetterlinge flogen munter über uns hinweg

 

und gerade als bei Chris ein Auge zufiel, näherte sich ein Geländefahrzeug der dort ansässigen und bekannten Revier-Jägerin. Ohne zu halten öffnete sich die Fensterscheibe der Fahrerseite und eine aufgebrachte Dame grummelte uns mit bösem Blick und Handy am Ohr zu: "Na, ist das schön auf meinem Privatgrundstück?!!", dann fuhr sie graulig davon.

 

"Oh, haua haua ha!",

 

schauten wir beide uns nur an ;-)

STOCKSEE Schleswig-Holstein, Deutschland

11. Mai 2018

 

Heute Morgen klingelte der Wecker um 06:00 Uhr früh und wir quälten uns nicht wie sonst hoch, denn heute war unsere offizielle

 

1. FAT-TO-FIT Trekking-Tour

 

und gleich ging es los!

Noch etwas Porridge zum Frühstück
Noch etwas Porridge zum Frühstück

Schnell noch das geliebte Porridge verspeisen, dachte ich an ein paar Jährchen zuvor, wo ich mir unter gar keinen Umständen vorstellen konnte, zu dieser Uhrzeit in irgend einer Art etwas zu frühstücken. Seit meiner Kindheit wurde zwar morgens gefrühstückt, doch ich hatte nie etwas hinunter bekommen und schon beim Gedanken daran wurde mir damals sehr flau im Magen. Also ging ich dann oft mit leerem Magen aus dem Haus und konnte dann um halb zwölf mittags meinen Magen knurren hören und sozusagen ein "halbes Schwein auf Toast" oder ein "gefülltes Pferd mit Nudeln" verdrücken, wie man ja so schön sagt. Vielleicht kommen euch solche komischen oder auch andere Essensgewohnheiten ähnlich vor?

Ja, das musste ich in den letzten Monaten erst lernen. Jetzt war es auf jeden Fall für mich einfach nicht mehr wegzudenken!

Chris bei der Demontage am Abend vor der Abreise
Chris bei der Demontage am Abend vor der Abreise

Am gestrigen Abend stellten wir etwas mit Schrecken fest: Der Bruder Tuck hatte vorn rechts einen Platten! - aber nur unten ;-)

"Oh je!" Schnell holten wir das Flick-Zeug. Aber was war das?? Das Flick-Zeug war leer! "Mmpf! Und nun?" Es war doch Feiertag und alle Geschäfte hatten zu!

 

War unser Trekking damit beendet?

 

Zum Glück waren unsere spitzenmäßigen Nachbarn und Freunde zur Stelle (DANKESCHÖN an dieser Stelle and euch!) und schenkten uns neues Flick-Zeug!

 

Da es draußen leicht gewitterte, schoben wir den Wagen in die Garage und machten uns gleich an die Arbeit. So konnten wir am späten Abend doch noch den Reifen von dem Handwagen reparieren.

Bewaffnet mit Schraubenschlüsseln um die Kontermuttern der Felgen zu lösen
Bewaffnet mit Schraubenschlüsseln um die Kontermuttern der Felgen zu lösen
Loch gefunden, geflickt und erfolgreich repariert! Juhu!
Loch gefunden, geflickt und erfolgreich repariert! Juhu!

Kleiner Waldabschnitt hinter der Bundesstraße
Kleiner Waldabschnitt hinter der Bundesstraße

Doch nun zurück zum Abreisetag: Heute sollten es bewölkte aber auch sonnige 17° werden laut Wetterbericht, doch ein grauer Himmel und

 

kalte 4° C waren die ernste Realität!

 

Um 07:15 Uhr schlossen wir die Haustür hinter uns zu. Unser restliches Gepäck verstauten wir in Bruder Tuck und hoben ihn gemeinsam ins Auto, gefolgt vom Mopsi mit seiner Mops-Box. Zunächst fuhren wir ins 8 km nahe gelegene Dörfchen Fehrenbötel, unserem Startpunkt. Gern wären wir die Strecke auch zu Fuß gegangen, doch die Tage des Urlaubs waren begrenzt. 

 

Dort angekommen parkten wir das Auto und entluden den Handwagen und unser Gepäck sowie den Hund.

 

Und los ging es!

 

Vorerst gingen wir an einer nicht ganz unbefahrenen Straße entlang, da wir unbedingt über die Bundesstraße 205 mittels Brücke kommen mussten.

Nach diesem friedlichen Bach stoppte uns der Dschungel
Nach diesem friedlichen Bach stoppte uns der Dschungel

Danach erreichten wir einen Waldabschnitt mit einem kleinen Bächlein. "Nice!" Doch kaum hatten wir ihn hinter uns gelassen, wurden wir von einer sehr üppigen Vegetation gezwungen anzuhalten. Unser Wanderweg wurde einfach vom hohen Gras verschluckt. Wo vorher noch ein zweigeteilter Waldweg war, kam nun der große Schleswig-Holsteinische Dschungel! Einen Wanderer hatter dieser Weg schon lange keinen mehr gesehen!

 

Nach kurzen Anfahrtsschwierigkeiten kippte Bruder Tuck zweimal um - nicht ganz unschuldig daran war auch der Mops, der meinte, in dieser höchst anspruchsvollen Situation den Waldboden nach einer Kaninchenfährte abzuschnüffeln, anstatt lieber nach vorne zu schauen, wo er hinlief ;-) Nein, wir mussten diesen Engpass umgehen! Zu dritt schauten wir in unsere Karte und entschieden uns für einen kleinen Umweg, jedoch von einer Stunde.

 

Hier kamen wir nur mit einer Machete weiter!

 

Auf dem Weg nach Stocksee
Auf dem Weg nach Stocksee

Eine Stunde später sah die Welt und auch der Weg schon wieder besser aus!

Weiter ging es auf gut begehbaren Pfaden durch Felder und Weiden Richtung Kuhlen. Mittlerweile kam auch öfter mal die Sonne zum Vorschein, aber es sah auf den Fotos wärmer aus, als es an diesem Morgen war.

Weite Felder und Weiden
Weite Felder und Weiden
Unterwegs begegneten wir immer wieder mal Artgenossen ...
Unterwegs begegneten wir immer wieder mal Artgenossen ...
... viele von ihnen mit sehr niedlichem Nachwuchs
... viele von ihnen mit sehr niedlichem Nachwuchs

Beide beim Straße überqueren Richtung Kuhlen - schön nach links und rechts schauen :-)
Beide beim Straße überqueren Richtung Kuhlen - schön nach links und rechts schauen :-)
Quelle: Wikipedia
Quelle: Wikipedia

Das kleine Örtchen Kuhlen ist ein Ortsteil der Gemeinde Rickling und war einmal in seiner Geschichtszeit bekannt geworden durch das Konzentrationslager Kuhlen, das 1933 dort existierte.

 

Auf der Wiese ist heute der ehemalige Standort der Lagerbaracke als großes Rechteck von 40x11 m durch eine Buchenhecke markiert. Der Platz dient nur noch als Gedenkstätte und wir haben ihn im Vorbeigehen entdeckt gehabt.

Für uns ging es nun weiter ...
Für uns ging es nun weiter ...
... in den Trappenkamper Forst
... in den Trappenkamper Forst

Die Kinderbank im Trappenkamper Forst
Die Kinderbank im Trappenkamper Forst

und gleich ging es los! Der Trappenkamper Forst ist ein sehr schöner Wald und ähnelt unserem Wald, der gleich hinter unserem Haus beginnt. Mitten im Forst stand diese Kinderbank.

 

Sehr niedlich!

Quelle: Schmiede und Metallgestaltung Gudrun und Kurt Tischler
Quelle: Schmiede und Metallgestaltung Gudrun und Kurt Tischler

Nach langen Waldwegen, die aber ganz gut befahren werden konnten, hörten wir lautes Hundegebell. Möglicherweise ein Hundewald? Doch nun gab es plötzlich ein Problem:

 

Keine Weiterfahrt für Bruder Tuck!

 

Denn ein Baum lag vom letzten norddeutschen Sturm quer über unserem Weg und ein Ausweichen ließ die Vegetation auch nicht zu. Also entluden wir die beiden schweren Rucksäcke und die Wasserflaschen kurzerhand und befreiten klein Oskar von der Zugleine. Mit vereinten Kräften konnten wir den schweren Bruder Tuck über den einen halben Meter hohen Baumstamm rüber tragen (eigentlich waren es 3 Baumstämme, um genau zu sein). Geschafft!

 

Und kaum dahinter begann der Hundewald mit einem großen schmiedeeisernen Tor als Eingang, einem Schleusentor.

Das Pilgerzeichen am Wegesrand des Mönchswegs
Das Pilgerzeichen am Wegesrand des Mönchswegs

Nachdem wir das Schleusentor hinter uns ließen, ging es einmal quer durch einen Teil des Gewerbegebietes von Trappenkamp. Zum Glück nur sehr kurz, denn die Sonne war nun schon recht heiß.

 

Mittlerweile liefen wir auf dem berühmten "Mönchsweg".

 

Der Mönchsweg ist ein 337 km langer Pilgerpfad, der von Glückstadt an der Elbe über die Städte Itzehoe, Bad Bramstedt, Bad Segeberg, Plön, Eutin, Neustadt, Oldenburg und Heiligenhafen bis nach Puttgarden auf der Sonneninsel Fehmarn führt.

Ortsschild Bornhöved
Ortsschild Bornhöved

Als uns der Mönchsweg sicher unter der Autobahn 21 durchgeführt hatte, erreichten wir gegen Mittag die Gemeinde Bornhöved und beschlossen, erst einmal Rast zu machen, denn unsere Mägen knurrten schon ganz jämmerlich. Kurz nach dem Ort, hinter der Bundesstraße 430, liegt der Bornhöveder See versteckt. Dort erfuhren wir, dass seit 1958 in den Teichanlagen Bornhöveder Forellen und Karpfen aufgezogen werden. Hier aßen wir zu Mittag. Leider keinen Fisch! Aber trotzdem etwas Leckeres:

 

Selbstgebackenes Brot mit Sesam-Kichererbsenhumus!

Die Parkbank unter der alten Eiche mit Blick auf den Bornhöveder See
Die Parkbank unter der alten Eiche mit Blick auf den Bornhöveder See
Lunch beim Bornhöveder See
Lunch beim Bornhöveder See

Der Bornhöveder See ist ca. 70 h groß und 14,3 m tief. Im Verlauf der Alten Schwentine liegend befindet sich dieser wundervolle See in der Holsteinischen Schweiz.

Blick auf den Schmalensee
Blick auf den Schmalensee

Auch der Schmalensee gehört zur Bornhöveder Seenkette. Er liegt gleich hinter dem Bornhöveder See und ist etwas größer als sein "Kumpel" in Bornhöved, nämlich 90 ha groß aber nur 7,5 m tief.

Oskar beim "Mitziehen" von Bruder Tuck
Oskar beim "Mitziehen" von Bruder Tuck

Unser Oskar lief auch ganz souverän mit. Immerhin standen für ihn auch 23,9 km auf den Pfoten. Da er vorne mit seiner Zugleine und dem Zuggeschirr an Bruder Tuck befestigt war, hatte der kleine Kumpel manchmal kräftig mitgezogen (auch wenn er es natürlich nicht brauchte :-), aber er hatte seine Freude).

nd gleich ging es los! Nach der gleichnamigen Gemeinde Schmalensee führte uns der Mönchsweg weiter durch den Naturpark Holsteinische Schweiz ...

Lehmböden + Mittagsschläfchen
Lehmböden + Mittagsschläfchen

… der mit großflächigen lehmhaltigen Ackerböden durchzogen wurde.


Kilometer lange Beförderungsbänder ...
Kilometer lange Beförderungsbänder ...

Nach einem erfolgreich kleinen

 

Mittagsschläfchen im Halbschatten

 

machten wir uns an den Endspurt. Immer entlang des Pilgerweges durchquerten wir den Eutiner Staatsforst bis nah an den Weg "Tannenkate" heran, wo ein Haus mit selbigen Namen stand. Unterwegs hörten wir immer wieder mal Wasser plätschern und hielten Ausschau nach einem schönen Snapshot mit der Kamera für euch, vielleicht nach einem kleinen Bach. Aber auf unserer Karte war weit und breit kein Gewässer eingezeichnet. "Komisch!", dachten wir, doch plötzlich sahen wir am Wegesrand große Rohrleitungen im Dickicht, aus denen das munter plätschernde Geräusch herzukommen schien. Der Weg führte immer weiter entlang der Rohre bis zu einer Wegkreuzung, wo uns endlich klar wurde, wofür dies alles war:

... von Horizont zu Horizont
... von Horizont zu Horizont

Kilometer lange Beförderungsbänder quietschten ohne anzuhalten

 

von Horizont zu Horizont

 

und als wir weiter wanderten kam ein großes Kieswerk in Sicht. Vielleicht mal ein zukünftiger Badesee??

Ein Kieswerk
Ein Kieswerk

Einen Kilometer später erreichten wir dann das Ziel der Anreise: Den Campingplatz in Stocksee!

 

8 Stunden Fitness hatten wir gemeistert!

 

Und wir wurden fast ein wenig sentimental, dass unsere Fahrt für heute schon zu Ende ging. Wir hätten ewig so weiter machen können!

Tent in 30 seconds
Tent in 30 seconds

Sobald wir uns dort angemeldet, bezahlt und einen Lageplan erhalten hatten, auf welcher Parzelle wir unser Zelt aufbauen konnten, merkten wir, dass dort bereits eine sechsköpfige Familie sich mit ihrem Bus und Zelt entfaltet hatten.

 

Wohin mit unserem Zelt??

 

Die vier Kinder der Familie hüpften wild freudig um die Beine der Eltern und der Vater erklärte geduldig seinen Sprösslingen die Zeltbeschreibung des anscheinend neu gekauften Zeltes. Da gleich nebenan aber ein kleines Plätzchen Wiese frei war, die zwar laut Lageplan eigentlich keine ausgeschriebene Fläche war, aber wir eh nur eine Nacht bleiben wollten, grüßten wir freundlich und packten dann dort Bruder Tuck aus.

 

"Plopp!", da war unser Zelt auch schon aufgebaut!

 

Wir machten es uns auf einer Decke vor unserem Zelt gemütlich und mampften genüsslich unsere selbst gemachte Pizza, die wir am Abend zuvor noch zubereitet hatten. "Lecker!" Nebenbei bekamen wir immer mal das bunte Treiben des nachbarschaftlichen Zeltbaus mit. Die zwei Kleinsten der Family schienen sich mittlerweile lieber für Papas Auto zu interessieren. Der Jüngste klopfte mit seiner Schaufel dagegen, während sein Bruder damit beschäftigt war, aus dem Fenster auf das Dach des Busses zu klettern. Der Vater meißelte mit einem kleinen Hammer, den er wohl extra mitgebracht hatte, wie es seinen Kindern erklärte, die Heringe in den Boden. Als die Mutter ihren Sohn huckepackmäßig vom Autodach einsammelte, bemerkte der Vater plötzlich, dass wir, die ja viel später hier ankamen, bereits futternd vor unserem gemachten Zelt saßen. Sein Zelt sah lustigerweise übrigens farblich und vom Style her gleich aus, nur dass seines größer war.

 

Mittlerweile war es auch schon spät geworden und jetzt wurde den Kindern väterlicherseits auch schon nicht mehr ganz so viel erklärt. Die Kids tummelten sich zum Spielen gehen. Der Vater spannte weiter seine Heringe ab. Während der Kleinste wieder mit seiner Schaufel um das Auto zog und munter den Legesand unter den Gehwegplatten heraus schaufelte, setzte der größte und älteste Junge sich hinters Steuer und kurbelte am Lenkrad mit lauten

 

"Brumm-Brumm"-Geräuschen.

 

Er startete den Motor und der Bus machte ein kurzen aber kräftigen Satz nach vorn, dann ging er aus.

 

Nun reichte es auch dem Vater wohl und verscheuchte seine Kinder. Er warf noch einmal einen Blick auf unser Zelt und hoffte vielleicht, noch heute Nacht in seinem eigenen Zelt schlafen zu können. Er rief seiner Frau zu: "Dafür, dass das ein 1.000 Euro-Zelt ist, geht es aber bescheiden aufzubauen!" Der Arme, er konnte ja nicht wissen, dass unser Zelt eigentlich ein anderes Modell war. Höflich fragten wir ihn, ob er vielleicht Hilfe brauchte :-)

Sonnenaufgang beim Stocksee
Sonnenaufgang beim Stocksee

Die Nacht schliefen wir ruhig und gut, obwohl es noch kühl war.

 

Am nächsten Morgen um 07:00 Uhr, während alle anderen Campingplatzbewohner noch schiefen, wurden wir mit diesem

 

Sonnenaufgang über dem Stocksee

 

begrüßt.

Unsere Rückreise stand bevor!

 

Wir lieben es, früh loszulaufen, wenn alle noch schlafen und noch keine Autos unterwegs sind. Geht es euch da auch so?

Oskar wartet ganz geduldig!
Oskar wartet ganz geduldig!

Auch Oskar wartete schon abfahrbereit, dass es losgehen konnte!

 

Der putzige Mops-Cairn-Terrier-Mischling liebt tatsächlich lange Ausflüge.

 

Hauptsache, er ist immer mit dabei!

Oskar und ich
Oskar und ich
Nun beginnt die Rücktour
Nun beginnt die Rücktour

Oh, wo kommt ihr denn ganz her? Zeig mal, määäääh!
Oh, wo kommt ihr denn ganz her? Zeig mal, määäääh!

Unterwegs trafen wir wieder ...

Mamaschaf mit Babyschaf
Mamaschaf mit Babyschaf

… süßen Tiernachwuchs von Schafen, Ziegen und Kühen.


Feuerlöschteich im Trappenkamper Forst mit Kaulquappen
Feuerlöschteich im Trappenkamper Forst mit Kaulquappen

Sogar der Feuerlöschteich im Trappenkamper Forst hatte ordentlich Nachwuchs beherbergt. Leider konnte ich ihn für euch nicht fotografieren, da er zu klein war. Der ganze Teich war nämlich voll mit Milliarden von kleinen Kaulquappen und

 

über dem verwunschenen See flogen wunderschöne Libellen

 

in den unterschiedlichsten Farben. Auch Schmetterlinge gab es reichlich.

Oskar fährt gelangweilt bei Bruder Tuck mit
Oskar fährt gelangweilt bei Bruder Tuck mit

Manchmal hatten wir den Oskar aber auch hinten im Wagen mitfahren lassen, damit er sich mal ausruhen konnte. Aber das fand unser kleiner Freund jedoch ziemlich öde und langweilig. Er hatte tatsächlich beide Strecken bis auf wenige Kilometer voll mitgemacht - da hat er eh seinen eigenen Kopf, der lustige Mops! Wir dachten eigentlich, dass er jeweils abends bestimmt ganz schön müde sein würde, aber falsch gedacht! Welch ein Irrtum! Das Möpschen schlief ganze 30 Minuten am Abend und dann hätte er schon wieder mit irgendetwas weiter machen können. So ist er halt, unser Oskar :-)

Süße Ponys verfolgten uns bis an den Rand ihrer Koppel
Süße Ponys verfolgten uns bis an den Rand ihrer Koppel

Die Ponys wollten uns gar nicht mehr gehen lassen. Sie wollten gern mit, als sie uns und ...

Ein Pferdeflüsterer :-)
Ein Pferdeflüsterer :-)

… unseren Wagen sahen, doch irgendwann endete ihre Koppel. Vielleicht dachten sie, Bruder Tuck sei eine Kutsche :-)


Mit einigen Pausen und vielen Fotoaufnahmen machen, brauchten wir auf der Hinfahrt etwa gut 8 Stunden, da wir auch einen kleinen Umweg gemacht hatten. Jetzt auf dem Rückweg war unsere Trekking-Route ja bekannt und trotz einer kleinen Siesta brauchten wir lediglich knapp 6 Stunden.

 

Das war unsere erste FAT-TO-FIT Trekking-Tour!

 

Wenn es euch gefallen hat, dann plant doch auch eure eigene Trekking-Tour. Mit Freunden oder der Familie macht es riesig Spaß und wir haben wieder viele von EUCH kennen lernen dürfen. Ihr erlebt etwas, ihr seht etwas und dabei bleibt ihr noch fit! Vielleicht treffen wir uns sogar!

 

Mal sehen, wo unsere nächste Tour hingeht! Seid dabei!

 

Liebe Grüße

 

Eure Victoria

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